Türkei nach 0:1-Pleite gegen Paraguay vorzeitig aus der WM ausgeschieden
Die türkische Fußballnationalmannschaft hat bei ihrer ersten WM-Teilnahme seit 2002 eine herbe Enttäuschung erlebt. Im zweiten Gruppenspiel unterlag das Team von Trainer Vincenzo Montella am Mittwochabend im San-Francisco-Bay-Area-Stadion in Santa Clara Paraguay mit 0:1. Damit steht die Türkei nach zwei Niederlagen bereits vor dem letzten Spieltag als Letzter in Gruppe D fest und ist ausgeschieden.
Das einzige Tor des Spiels fiel früh durch Matías Galarza in der zweiten Minute, als Paraguay einen Ballverlust der Türken im Aufbauspiel eiskalt ausnutzte. Obwohl die Südasamerikaner später fast eine Halbzeit lang nur zu zehnt spielten – Miguel Almirón wurde kurz vor der Pause wegen einer neu eingeführten Regel zur Verhinderung diskriminierender Gesten vom Platz gestellt –, gelang es den Türken nicht, den Rückstand aufzuholen. Trotz eines enormen Ballbesitzanteils von rund 80 Prozent fehlte es an gefährlichen Abschlüssen, lediglich zwölf Schüsse fanden das Tor.
Trainer Montella verteidigte seine Mannschaft nach dem Spiel und hob hervor, dass sein Team Einsatz gezeigt habe, auch wenn das Glück gefehlt habe. Der Coach betonte, dass Fußball nicht immer logisch sei und das bessere Team nicht zwingend gewinne. Trotzdem äußerte sich Superstar Arda Güler tief enttäuscht über das Ausscheiden: „Wir sind traurig und beschämt“, sagte er offen und entschuldigte sich bei den Fans. Auch ehemalige Profis wie Halil Altintop kritisierten die Mannschaft scharf wegen mangelnder Reife im Umgang mit Drucksituationen.
Die Türkei muss nun im letzten Gruppenspiel gegen den bereits als Erster feststehenden Co-Gastgeber USA antreten ohne Chancen auf das Achtelfinale zu haben, da bei Punktgleichheit der direkte Vergleich zählt und sie weder Paraguay noch Australien überholen können. Für die türkische Auswahl endet damit eine vielversprechend gestartete WM mit einem ernüchternden Ergebnis.